

Einen kurzen, bunten und, wie ich hoffe, leicht verständlichen Einstieg ins Thema gibt mein Artikel
"Was vom Spielen übrig blieb - Die Archäologie des mittelalterlichen Spielzeugs", der in der Zeitschrift Zillo Medieval, Ausgabe 3/2011, erschienen ist.
Wer es gerne systematischer mag, findet gleich hier auf dieser Seite einen Überblick über mittelalterliches Spielzeug und Spielzubehör, geordnet nach Materialgruppen: "Spielzeug im Mittelalter"
Einleitung | Knochen | Holz | Leder/ Textil | Keramik | Metall | Sonstiges | Literatur; Bildnachweis
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moderne Spiele |
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vergessene Spiele |
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Spiele für Kleine - Spiele für Große |
Im Mittelalter wurde nicht so streng zwischen Kinder- und Erwachsenenspielen unterschieden. Das Spiel mit Murmeln oder das Kegeln war bei den Großen genauso beliebt wie bei den Kleinen. Anders natürlich das zu den sieben ritterlichen Tugenden zählende Schachspiel oder andere Brettspiele.
Einen sehr guten Überblick über die Kinderspiele vergangener Jahrhunderte gibt das Bild "Kinderspiele" von Pieter Bruegel dem Älteren von 1560. Über 250 Kinder und mehr als 30 Spiele sind darauf zu erkennen. Das Bild befindet sich im Kunsthistorischen Museum in Wien.
Die Worte Spielzeug, Spielsachen oder Spielwaren werden übrigens erst seit dem 17./ 18. Jh. verwendet. "Spielen" wurde im Mittelalter meist im Sinne von lebhafter Bewegung, mimischer Darstellung oder Musizieren benutzt (vergl. "Spielmann"), aber auch die Begriffe "kinderspil" oder "kintlich spiel" kommen vor. Für das eigentliche Spielzeug ist das Wort "Tand" überliefert. So ist die mittelniederdeutsche Bezeichnung für Nürnberger Spielwaren "tant van Nurenberch".
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Spielzeug aus Ausgrabungen |
Der Schwerpunkt meiner Zusammenstellung von Spielzeug im Mittelalter liegt auf den bei archäologischen Ausgrabungen gefundenen Gegenständen.
Ein Großteil des mittelalterlichen Spielzeugs war aus leicht erreichbarem und damit billigem organischen Material wie Holz, Knochen, Textilien oder Leder. Diese Materialien sind im Boden leider relativ leicht vergänglich. Sie erhalten sich nur unter günstigen Bedingungen wie Trockenheit oder unter Luftabschluß, z. B. im Grundwasserbereich. Daher kommt es, daß die Masse an erhaltenem Spielzeug des Mittelalters aus Keramik besteht. Die organischen Funde stammen vor allem aus den Kloaken der mittelalterlichen Städte. Sehr schöne Funde gibt es z. B. aus Lübeck, Danzig oder Nowgorod.
Die im Folgenden beschriebenen Funde habe ich nach Materialgruppen geordnet. Die Brettspiele sind unter "Holz" zu finden.
Für Ergänzungen, Anregungen oder Fragen bin ich unter doris.fischer@ausgraeberei.de zu erreichen.
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