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Spielzeug im Mittelalter

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Metall

Zinnfiguren

Abb.: Spielzeugpferd aus Zinn

Spielzeugferd aus Zinn

Bei den Zinnfiguren gibt es plastisch gearbeitete und auch flache Exemplare, die auch eine Standfläche haben können. Vom Aussehen her ähneln sie den Pilgermarken, von der Funktion her sind sie wohl am ehesten als Vorläufer der Zinnsoldaten anzusprechen.

Motive sind oft Pferde und Ritter. Aber nicht nur das höfische sondern auch das kirchliche Leben wurde von den Kindern nachgespielt. So wurde in Paris in großer Menge kirchliches Gerät wie Kandelaber, Kelche und Monstranzen gefunden.

 

 

 

Turnierfiguren

Abb.: Turnierspielzeug aus Messingguß

zwei Ritter beim Turnier

Bei Turnierfiguren aus Bronze oder Messing handelt es sich um ein sicher sehr kostbares Spielzeug der Oberschicht. Schon im "Hortus Deliciarum" aus dem 12. Jh. sind zwei Personen beim Spiel mit an zwei Seilen befestigten Rittern zu sehen. Die erhaltenen Turnierfiguren aus Metall, "Stechzeug" genannt, stammen aus der Zeit um 1500. Zwei Ritter auf Pferden mit Rädern befinden sich z. B. im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Überliefert ist, daß ein Augsburger Helmschmied 1516 für den ungarischen König Ludwig II. bewegbare Lanzenreiter herstellte, die beim Zusammenstoß mit dem Gegner aus dem Sattel fielen.

 

Schellen

Abb.: Schelle und Glöckchen aus London

Metallschelle und -glöckchen

Kleine Glöckchen oder Schellen aus Metall wurden ab dem späten 14. Jh. hergestellt. Sie dienten vor allem zur Verzierung der Kleidung: aufgenäht oder an Gürteln befestigt, besonders im höfischen Bereich aber auch - ganz typisch - an der Kleidung von Narren. Sie wurden aber auch auf die Halsbänder von Haustieren oder Jagdhunden genäht. Eine ganz andere Verwendung wird im Zusammenhang mit dem Konzil von Konstanz 1414 erwähnt: dort warfen die deutschen Teilnehmer einander mit Schellen behangene Bälle zu.