mein Werkzeug, die Kelle

Spielzeug im Mittelalter

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      Leder/ Textil

Bälle

Mit Luft gefüllte Lederbälle, "pallone" genannt, waren immer wertvoll. In Deutschland kamen sie erst ab Mitte des 16. Jahrhunderts auf. Die mittelalterlichen Kinder hatten aber eine ganz einfache Art, sich "Luftballons" herzustellen: sie füllten eine beim Schlachten angefallene Schweinsblase mit Steinchen, Erbsen oder Bohnen und bliesen sie auf.

aus Segmenten genähter Lederball

Abb.: Lederball aus Lübecker Altarschrein von 1518

Für Ballspiele wurden stabile Lederbälle benutzt. Die Hülle wurde aus spiraligen Lederstreifen oder größeren Ledersegmenten genäht oder auch aus Lederstreifen geflochten. Für die Füllung wurden Federn, Haare, Wolle, Moos oder Sand benutzt - ab dem 16. Jh. auch Kauschuk. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist in Paris der Berufsstand der Ballhersteller überliefert. Von König Ludwig XI. existiert eine Vorschrift zur Ballherstellung: Die Füllung durfte nur aus Tuchscherabfällen bestehen, die Hülle aus feinem Leder über einer Leinwandschicht und das Gewicht sollte - nach einer etwas jüngeren Quelle - 33 g betragen.

Mit Bällen wurden- wie heute auch - verschiedene Spiele gespielt: mit größeren Bällen Fangball oder Fußball, mit den kleineren Schlagballspiele (ähnlich wie Hockey oder Kricket).

Link: Fresko einer adeligen Gesellschaft beim Ballspiel um 1400.