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Murmeln |
Glasmurmeln, die ab dem 14. / 15. Jh. hergestellt wurden, waren eine sehr seltene Kostbarkeit. Dagegen werden Murmeln aus Ton bei Mittelalter- Grabungen in großer Menge gefunden. Die ältesten Funde datieren in das 12. / 13. Jh., richtig häufig werden die Funde aber erst in den nachfolgenden Jahrhunderten bis in die frühe Neuzeit. E. Stauch äußert in "Spielzeug in der Grube..." (s. Literatur) die interessante Idee, daß diese Entwicklung direkt mit dem Schulbesuch der Kinder und damit der Fähigkeit zum Zählen und Rechnen zusammenhängt.
Die Größe der mittelalterlichen Tonmurmeln reicht von 0,5 bis 2,5 cm Durchmesser. Einige sind unregelmäßig, wohl von Kinderhand gemacht, die Masse aber wurde als Nebenprodukt in Töpfereien hergestellt. Das Material ist helles oder dunkles Steinzeug, manchmal mit roter Engobe oder mit Glasurspritzern verziert.
Das Murmelspiel war bei Kindern und Erwachsenen beliebt. Verschiedene Spielarten waren möglich: man konnte versuchen, möglichst nahe an ein Ziel zu werfen; die Murmel konnte an eine Mauer geworfen werden, um beim Zurückspringen einer bereits davor liegenden nahe zu kommen; beim Grübchenspiel mußte in Löcher gezielt werden; beim Schlößchen schließlich wurde eine Pyramide aus vier Murmeln gebaut, die niedergerissen werden sollte.
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Tonfiguren |
Kleine Figuren aus Ton waren bei den mittelalterlichen Kindern sehr beliebt. Bei Stadt-, Wüstungs- oder Töpfereigrabungen tauchen sie ab dem 13. Jh. auf. Seit dem 14. Jh. existiert sogar der Handwerksberuf der "Bilderbäcker", die sich auf die Herstellung solcher Tonfiguren spezialisiert hatten.
Produziert wurden Tiere, Fabelwesen, Ritter oder auch Helme (z. B. ein Helm mit Mittelgrat und Helmzier aus Konstanz). Bei den Tieren gab es Enten, Hirsche, Hunde, Vögel, Widder - besonders beliebt waren aber kleine Pferdchen. Manche tragen einen Reiter, oft mit Schild und Helm, was sie als Turnierpferde ausweist. Manchmal kommen auch Gespannpferde mit horizontaler Durchlochung vor. Die Pferdchen wurden frei von Hand geformt und haben alle ein Loch in der Brust. In der Literatur wird dies mal als Schutz vor Rissen beim Trocknen des Tons, mal als Befestigung für einen Holzstab als Handgriff gedeutet. Ich denke, daß letztere Deutung die richtige ist, denn bei diesen kleinen Figuren werden Trockenrisse wohl kaum auftreten.
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Kruselerpuppen |

Vorbild für die Puppen waren adelige Damen, gekleidet in lange geknöpfte Kleider, die Hände züchtig übereinandergeschlagen, auf dem Kopf die namengebende "Kruselerhaube". Dabei handelt es sich um einen Schleier, dessen Vorderkante mit mehreren Reihen von Rüschen besetzt war. Diese Art von Kopfbedeckung war in Deutschland von der Mitte des 14. bis Anfang des 15. Jahrhunderts modern.
Die Kruselerpuppen wurden aus hellem Ton hergestellt. Die Vorderseite wurde in einen Model gepreßt, die Rückseite meist nur von Hand glattgestrichen, das Innere ausgehöhlt.
Eine schriftliche Erwähnung findet sich z. B. im "Leben der Hl. Elisabeth", s. Abschnitt über die Glasringe unter "Sonstiges".
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Miniaturgeschirr |
Die ungefähr 2 bis 5 cm großen Tongefäße, die relativ häufig gefunden werden, sind exakte Kopien des normalen mittelalterlichen Geschirrs. Das Material kann Irdenware oder das härter gebrannte Steinzeug sein. Die Verzierung bestand zumeist aus Engobe oder Glasur.
Hergestellt wurden die Miniaturgefäße von Töpfereien, die auch das große Geschirr anfertigten.
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Rasseln |
Ein typisches Kleinkinderspielzeug waren Rasseln aus Ton. Es gab solche in Tierform ( als Vogel oder Pferd) aber auch ganz einfache rundliche mit Stiel.
Rasseln hatten neben der Funktion als Spielzeug auch eine magische Bedeutung: sie galten als unheilabwehrend.